Fremdausbildung / stationäre Ausbildung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie aus einem Welpen ein zuverlässiger Assistenzhund wird:

Im Rahmen der sog. „stationären“ Ausbildung (auch Fremdausbildung genannt) zieht der Welpe zu uns und beginnt hier direkt seine Grundausbildung. Nach der Grundausbildung folgt die Zwischenprüfung und danach die Spezialausbildung. Nach erfolgreicher Abschlussprüfung zieht der fertig ausgebildete Assistenzhund zu seinem neuen „Arbeitgeber“. Eine sorgfältige Übergabe sichert einen guten gemeinsamen Start.

Ein paar Inhalte der Stationären Ausbildung sind:

Die Grundausbildung

In den meisten Fällen zieht ein Welpe mit 8-12 Wochen direkt vom Züchter zu uns. Die potentiellen zukünftigen Assistenzhunde werden sorgfältig ausgewählt und schon mit wenigen Wochen einem ersten“Eignungstest“ unterzogen. Für die Auswahl des Welpen spielt natürlich auch die Gesundheit und das Wesen der Eltern (bzw. der Vorfahren im Allgemeinen) eine Rolle. Wir achten z.B. darauf, dass bereits die Züchter liebevoll auf verschiedene Umweltreize prägen, den Welpen vielfältige Erfahrungen aber auch ausreichende Pausen ermöglichen.

In den ersten Wochen bei uns lernt der Welpe zunächst das kleine Hunde 1×1: Alltagsgeräusche, verschiedene Menschen & Tiere, verschiedene Umgebungen (Stadt, Land, Dorf,…), verschiedene Alltagssituationen (Familienleben, Einkaufen, Markt, …) sowie Ruhe.
Auch die ersten Grundkommandos „Hinsetzen“, „Hinlegen“, „Warten“, „Ruhe geben“…. lernt der Welpe in dieser Zeit. Die Stubenreinheit nimmt natürlich einen großen Raum ein.

Mit ca. 1/2 Jahr erwarten wir ein wenig mehr: Die bisher gelernten Grundkommandos werden nun verstärkt auch unter Ablenkung geübt. Im Tierpark hinsetzen und warten z.B. oder auch in einem Lebensmittelgeschäft an lockerer Leine laufen OHNE die Nase in die Regale zu stecken. Natürlich werden auch die ersten Assistenzleistungen trainiert: Dinge angeben und aufheben z.B. oder eine Unterzuckerung erschnuppern und melden.

Mit rund einem Jahr steht der Gesundheitscheck an. Eine umfangreiche Untersuchung des gesamten Hundes, inkl. verschiedener Röntgenbilder und einem „großen“ Blutbild geben uns die Gewissheit, dass gesundheitlich alles in Ordnung ist.

Nach dem Gesundheitscheck und im Alter von ca. 12-15 Monaten findet eine Zwischenprüfung statt. Hier wird geschaut ob der Hund das kleine Hunde 1×1 gelernt hat und sicher im Alltag anwenden kann.

Wenn auch diese Zwischenprüfung erfolgreich abgelegt wurde beginnt die Spezialausbildung. Hierbei wird der Hund in den nächsten 6-12 Monaten speziell auf sein späteres Einsatzgebiet trainiert.

Die Abschlussprüfung

Nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss lassen wir den Assistenzhund-Azubi noch einmal mit seinem Menschen von einem externen Prüfer prüfen.
Die gesamte Prüfung besteht aus 3 Teilen:
* einem theoretischen Teil (zugleich Sachkundenachweis für „große Hunde“ in NRW) in dem es um Verhalten, Anatomie und Bedürfnisse des Hundes geht. Auch werden z.B: Kennzeichen für Stress & Überforderung und rechtliche Dinge abgefragt.
* einem Grundgehorsamsteil, in dem der Hund seine Umweltneutralität und seine gute Erziehung zeigen darf. Hierbei wird z.B der Grundgehorsam geprüft, das Verhalten des Hundes in fremder Umgebung sowie das Sozialverhalten bzw. seine Neutralität
* einem Prüfungsteil für die speziellen Assistenzleistungen. In diesem dritten Teil werden die vorher festgelegten, speziellen Assistenzleistungen abgefragt. Dies kann z.B. die Anzeige einer Unterzuckerung sein, Hilfe im Alltag oder Unterstützung in schwierigen Situationen.
Erst wenn alle drei Prüfungen erfolgreich bestanden wurden, erhält der Hund seine Kenndecke und das Mensch-Hunde-Team seinen „Assistenzhunde-Team“ Ausweis.

Eine Ausnahme von diesem Ausbildungsmodel bildet der EpilepsiSIGNALhund. Dieser ist in der Regel während des ersten halben Lebensjahres bei uns und zieht dann zu seinem Assistenznehmer. In den folgenden ca. 1,5 Jahren trainieren wir dann gemeinsam weiter bis zur Prüfung.

Wir empfehlen eine jährliche Nachprüfung. In dieser wird der Grundgehorsam und spezielle Assistenzleistungen erneut überprüft. Fehler können so frühzeitig behoben werden.